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1 Präambel

Die Evangelische Schule Damgarten ist eine Grundschule vor den Toren des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft. Ihr fachlicher Schwerpunkt ist Natur und Technik, ihr methodischer Ansatz die (praxisorientierte) Reformpädagogik.

In dieser Schule wird das Kind im Mittelpunkt stehen. Es wird mit seinen individuellen Bedürfnissen, Talenten und Problemen wahrgenommen, angenommen und geachtet. Dabei ist es uns wichtig, dass jedes Kind einen Bereich finden kann, der seinen Neigungen besonders entspricht und mit dem es sich in die Gemeinschaft einbringen kann.

Die enge Kooperation mit der Evangelischen Kindertagesstätte „Sonnenblume“ bietet eine gute Grundlage für den Übergang vom Kindergarten in die Schuleingangsstufe.

Die Schule arbeitet als volle Halbtagsschule, die pädagogischen Grundsätze und Methoden werden im angeschlossenen Hort fortgeführt.

Mit der Region für die Region

Unsere Schule möchte die Kinder dazu befähigen, in ihrer Umgebung prägend zu wirken. Sie werden dabei auf ihrem Weg zu eigenverantwortlich handelnden Personen begleitet, die die Anforderungen der Umwelt kreativ und produktiv für die eigene Entwicklung sowie sozial angemessen bewältigen können. Das Prinzip der Nachhaltigkeit gilt uns als Handlungsorientierung.

Örtliche Besonderheiten, regionale Kultur und die Themen des Nationalparks werden in den Schulalltag eingebunden und erleichtern bzw. vertiefen durch den unmittelbaren Bezug und ihre lebensnahe Relevanz den Lernprozess. Zudem stärkt die regionale Einbindung die Identifikation und damit das Selbstbewusstsein der Kinder.

Lass es mich tun und ich begreife es

Die Lebenswelt der Kinder auf dem Land bestimmt die Schwerpunktsetzung der Schule. Vor allem Natur und Technik werden als vorrangige Themen aufgegriffen. Der praktische Bezug erschöpft sich nicht im Werken, Schulgarten oder in der Außengestaltung des Geländes; physikalische und chemische Experimente, Musizieren und Computerbedienung gehören ebenso dazu wie Tätigkeiten in der Landwirtschaft, die Tierhaltung auf dem Schulgelände oder die Teilnahme an nationalen und internationalen Aktionen zum Naturschutz.

Über die Förderung der eigenen Wahrnehmung und eigener Erfahrungen hinaus wird dem Verstehen der gesellschaftlich akzeptierten Denkmodelle früher Aufmerksamkeit zuteil als in den Rahmenplänen vorgesehen. Das gilt sowohl für gesellschaftliche (christliches Weltbild, Demokratie, Freiheit-Gleichheit-Brüderlichkeit, Gerechtigkeit, ...), als auch für naturkundliche Denkmodelle (Ökologie, Naturschutz, Atomtheorie, Gesundheitslehre, ...).

Die Schule selbst (inklusive Gelände) wird als eigener Gestaltungsraum begriffen, daher ist die Beteiligung von Schülern und Eltern ausdrücklich erwünscht und erforderlich.

Achtung vor dem Leben

Das besondere Anliegen eines Nationalparks, die Natur mit ihren Vorgängen zu entdecken, ihren hohen Wert anzuerkennen und zu schützen, wird in unserer Schule aufgegriffen. Achtung vor dem Leben schließt die Achtung vor dem Mitmenschen sowie die Selbstachtung ein, betont darüber hinaus aber die besondere (gemeinsame) Verantwortung für die Schöpfung. Die Nähe des Nationalparks ermöglicht dabei eine unmittelbare Erfahrung mit allen Sinnen, in Bewegung und in der Natur. Nur so kann das Kind die positiven Werte der Umwelt und ihre Veränderungen wahrnehmen.

Durch den Schwerpunkt Natur und Technik lernen die Kinder, sich kritisch mit der eigenen Lebensweise auseinander zu setzen und dadurch Möglichkeiten des Umweltschutzes im Alltag zu erkennen. Ökologische Anhaltspunkte bei der Verwendung der Materialien für den Lehrbetrieb sowie für Baumaßnahmen (ökologischer Strom, Vollwertkost, Materialien mit langer Lebensdauer, biologisches Baumaterial, Recycling...) werden berücksichtigt. Dies wirkt für die Kinder glaubhaft und anregend.

Jedes Kind ist einmalig

Jeder Mensch wird als ein Geschöpf Gottes geachtet, unabhängig von seinen Anlagen, Fähigkeiten und Fertigkeiten. Das Vertrauen, dass jeder Mensch von Gott und darum in unserer Gemeinschaft mit all seinen Stärken und Schwächen, Vorzügen und Problemen als Person angenommen ist, bildet die Basis für das Leben in unserer Schule. In diesem Rahmen findet der Einzelne den Mut, Aufgaben zu bewältigen und Fehler (als Lernquelle) machen zu dürfen, seine Stärken herauszufinden und mit den Schwächen umgehen zu lernen. Die Entwicklung der Kinder wird begleitet und dokumentiert (Pensenbuch, Zeugnisbrief, Elterngespräche). Verlässliche Bindungen und das Lernen in kleinen Gruppen (max. Gruppenstärke von 20 Kindern) sind Grundlage der Persönlichkeitsentwicklung.

Miteinander lernen

Die gegenseitige Wahrnehmung und Würdigung ist der Kern der christlichen Nächstenliebe. Durch gemeinsames Arbeiten und Lernen wird es für die Kinder zur Selbstverständlichkeit, Stärken, Schwächen und Besonderheiten der anderen zu akzeptieren. In der täglich gelebten Gemeinschaft werden diese Bindungen in transparente und damit akzeptierte Regeln umgesetzt. Großer Wert wird auf den lösungsorientierten Umgang mit Konflikten gelegt (Morgenkreis). Für einen guten Start in die Schule werden für die Schulanfänger Patenschaften bestimmt.

Hilf mir, es selbst zu tun

Wir sind davon überzeugt, dass Kinder aus sich selbst heraus in der Lage sind, ihre Persönlichkeit zu entfalten. Sie sind jedoch darauf angewiesen, dass wir als Erwachsene (Eltern wie Pädagogen) diesen Prozess mit Klarheit und Ruhe, Liebe und Achtung unterstützen. In den reformpädagogischen Grundsätzen und Methoden von C. Freinet, M. Montessori und P. Petersen (Jenaplan) ist die selbstbestimmte Aneignung von Kompetenzen und Wissensinhalten verwirklicht. Durch ihre vorwiegende Anwendung bzw. Beachtung wollen wir insbesondere die Ausdrucks- und Urteilsfähigkeit unserer Kinder fördern und ihre Bereitschaft und Motivation zur Erbringung von Leistungen entwickeln.

Eine wichtige Aufgabe unserer Schule ist es, die Neugier und Freude des Kindes an der Arbeit zu wahren und ihm Wege zu eröffnen, wie es selbständig und erfolgreich arbeiten und lernen kann. Das Lernen selbst planen und organisieren lernt es unter Anleitung vor allem in der Freiarbeit und in der Projektarbeit.

Abendländische Kultur - der Rhythmus, wo man mit muss

In unserer Schule werden christliche Erfahrungen und Werte im gesamten Schulalltag weitergegeben und gelebt. Elementar verankert finden sie sich in der Ritualisierung und Rhythmisierung von Schultag (Morgenkreis), Schulwoche (Andachten zu Wochenanfang und –ende) und Schuljahr (Feste und Feiern).

Die im Evangelium Jesu Christi begründete Freiheit des Menschen beinhaltet seine Entscheidungen zu Fragen des Glaubens. Deshalb verstehen wir den christlichen Glauben als Angebot, unser christliches Profil als Möglichkeit, Erfahrung eines wertebestimmten bzw. religiösen Lebens zu sammeln. Neben der (notwendigen) theoretischen Auseinandersetzung im verbindlichen Fach Religion wird zu Fragen von Werten und Glauben fachübergreifend hingeführt.

Immer in Bewegung bleiben

Der Drang nach Bewegung ist dem Kind physiologisch determiniert, darum muss die Lust an der Bewegung erhalten bzw. gefördert werden. Über die gesundheitliche Notwendigkeit hinaus verstehen wir die Bewegung als förderlich für das Lernen. An unserer Schule verbinden sich die Prozesse des Lernens mit der Möglichkeit von Bewegung, z.B. als Wechsel von konzentrierten und bewegten Phasen, die Einbeziehung von Körperwahrnehmung oder die Bewegung im engeren und weiteren Raum bzw. die Erkundung des sozialen Nahraums. Darüber hinaus ist Sportunterricht obligatorisch. Maritime Sportarten können durch die Nähe zum Bodden einbezogen werden.

Mit Musik geht's besser...

In den Kursen und Projekten werden die Kinder ermutigt, vielfältige Ausdrucksmöglichkeiten bei sich selbst zu entdecken und zu entwickeln (Tanz, Rollenspiel, Kunst, Musik). Strukturell verankert ist neben dem Musik- und Kunstunterricht der Unterricht im Darstellenden Spiel. Die so verstärkte musisch-ästhetische Bildung schult nachweislich die Kreativität der Kinder, fördert ihre soziale Integrationsbereitschaft und trainiert ihre Konzentrationsfähigkeit. Es gibt an unserer Schule eine für alle Kinder zugängliche Instrumentensammlung und ein Tanz- und Bewegungsraum. Eltern als Experten verstärken in Kursen das Angebot.

Auftritte werden nicht nur in schulinternen Veranstaltungen geübt, Programme können zudem in die Veranstaltungen der Gemeinde eingebunden werden. Dadurch gewinnen die Kinder an Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen.

Anhänge:
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